Meine Zeit in der Dominikanischen Republik 

(von Julia, 17.07.2015)

An meine Zeit in der Dominikanischen Republik denke ich mit meinem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Ich kam nur mit der Erwartung die spanische Sprache zu lernen und gehe nun zurück nach Deutschland, im Gepäck eine dominikanische, große, liebevolle Familie und viele wunderbare Erinnerungen an meine Zeit. Die Gemeinschaft La Piedra, nicht weit von der Hauptstadt Santo Domingo und dem Urlaubsort Boca Chica entfernt, spiegelt die arme Seite des karibischen Urlaubslandes wider. Weit abseits von geteerten Straßen und riesigen Supermärkten leben die Menschen immer noch in Wellblechhütten, teilweise ohne fließend Wasser - und Strom gibt es sowieso nur zweimal am Tag für wenige Stunden.

 Inmitten dieser Gemeinschaft hat Elias Severino Hernandez, der Direktor der Organisation, ein Zentrum geschaffen, in welchem die Kinder kostenlos zur Schule gehen können, zwei warme Malzeiten erhalten und in welchem die Menschen eine kostenlose medizinische Versorgung erhalten. Die Schule, welche sich derzeit noch in der Weiterentwicklung befindet, bietet Platz für die Kinder von 3-11 Jahren, die Jüngsten besuchen den Kindergarten.

Meine Aufgaben in dem Projekt waren vielfältig und keinesfalls langweilig. Neben der Arbeit mit den Kindern, die im Übrigen gar nicht so ruhig sitzen können wie in Deutschland, habe ich auch die Lehrer in Englisch unterrichtet. Da es uns momentan noch an Lehrmaterial fehlt ist das Improvisationstalent jedes Einzelnen gefragt. Außerdem kostet es einen an manchen Tagen viel Geduld und Nerven, die Kinder zum Lernen zu motivieren. Doch am Ende des Tages entlohnen die Kinder dich für die harte Arbeit mit ihrer bedingungslosen Liebe. Der schönste Moment für mich war, als mich knapp 50 strahlende Kinderaugen anschauten, meinen Namen riefen und mir dann der Reihe nach in die Arme gefallen sind.

Des Weiteren arbeitet die Organisation mit vielzähligen amerikanischen Universitäten und Schulen zusammen, weswegen wir in regelmäßigen Abständen amerikanische Volontäre für bis zu zwei Wochen zu Gast hatten. So konnte ich miterleben wie regionale Obst-und Gemüsesorten für die Kinder im Garten gepflanzt, wie die Wasserqualität in den Häusern gemessen und verbessert wurde und wie mit Hilfe von Spenden die gesamte Gemeinde medizinisch versorgt wurde – alles kostenlos. Nebenbei konnte ich natürlich auch noch mein Englisch verbessern und habe viele Freundschaften geschlossen.

Die Dominikaner selbst sind die gastfreundlichsten Menschen die ich nur kenne. Sie besitzen selbst nichts und geben dir alles. Von ihnen habe ich gelernt, was Familie wirklich bedeutet. In La Piedra, so abgeschieden es auch sein mag, ist man nie allein und man findet auch nach der Arbeit immer etwas zu tun – zum Beispiel eine Poolparty mit der Dorfjugend. Oder man fährt einfach zum nahgelegenen Strand in Boca Chica oder La Caleta und schnuppert in das Touristenleben rein. An den Wochenenden kann man dann aber auch mal aus dem Dorfalltag ins Disco- und Nachtleben der Hauptstadt flüchten.

Insgesamt hat es mir in den letzten vier Monaten hier an nichts gefehlt – im Gegenteil, ich habe hier so viel an wertvollen Erfahrungen gewonnen. Dazu gehört auch mal ohne Strom und fließend Wasser auszukommen. Ich denke ich kann mit Sicherheit behaupten, dass mir das Projekt, die Arbeit mit den Kindern und den Menschen, mehr gegeben hat als ich es selbst geben konnte. Ich danke Severino und den Menschen in La Piedra für die unvergessliche Zeit und kann mit Sicherheit sagen, dass es kein Abschied für immer gewesen ist!

...zum Projekt bitte hier klicken...

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