Meine erste Zeit als Grundschullehrerin in Kambodscha

(von Alina, 20.10.2015)

Mit einem wagen Vorwissen über Menschen, Kultur und die Lebensbedingungen in Kambodscha bin ich vor ca. 6 Wochen in mein Abenteuer gestartet. Ich hatte nicht viel Ahnung was mich dort alles erwarten wird. Nach über 30 Stunden auf den Beinen bin ich endlich in Kambodscha angekommen. Ich war froh, dass ich bereits in Frankfurt andere Freiwillige getroffen hatte, so konnten wir uns gegenseitig etwas helfen. Einige hatten  Schwierigkeiten in Phnom Penh, das Visum zu bekommen. Nach einer Stunde waren wir dann aber zum Glück alle durch die Kontrolle durch.

 Ich war sehr gespannt was auf mich zukommt. Während der 1 stündigen Fahrt zum Guesthouse „Youkhin“, das für die ersten Tage unsere Unterkunft werden sollte, musste ich trotz Müdigkeit die ganze Zeit aus dem Fenster schauen. Der wilde Verkehr in Phnom Penh schockierte mich. Es wirkt als gibt es keine Regeln, es gilt das Recht des Stärkeren. Wenn man überholen möchte hupt man. Es spielt keine Rolle ob man links oder rechts vorbeifährt.

Die Unterkunft war recht modern. In unserem Zimmer standen fünf Betten, es gab eine schöne Dusche und sogar eine Klimaanlage, diese war echt nützlich bei der schwülen Hitze. Die ersten vier Tage verbrachten wir im lauten und dichtbesiedelten Phnom Penh. Kaum war man auf der Straße wurde man von den Tuktuk Fahrern angesprochen. Das ist ein Motorrad, dass mit einem kleinen Anhänger verbunden ist. Er ist ausgerichtet für vier Personen. Sie kutschierten uns zu einigen Sehenswürdigkeiten und lokalen Märkten. Anfangs fand ich es sehr ungewohnt, dass man von allen Menschen gegrüßt oder mit großen Augen angeschaut wird, denn als „barang“-Weißer ist man hier echt eine Attraktion.

Am Montag ging es dann richtig los. Zusammen mit unserer Betreuerin Mouy You, fuhren wir zur Schule. In der wir ab sofort unterrichten und wohnen werden. Auf den ersten Eindruck sah alles sehr gepflegt und  gemütlich aus. So konnte ich es kaum erwarten die Inneneinrichtung und unsere Zimmer zu sehen. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da die Inneneinrichtung sehr einfach ausfiel. Es gab keine festen Wände, nur Bambusstäbe und in unserem Raum standen nur neun Klappbetten aus Holz, zum Glück hatten sie ein Mosquitonetz zum Schutz gespannt. Ab sofort sollten wir uns diesen Raum zu neunt teilen. In unserem Projekt waren wir nicht die einzigen Freiwilligen. Neben uns neun deutschen Volunteers, waren noch knapp 20 andere Freiwillige aus England und Frankreich hier, die noch zwei Wochen für den Unterricht und ein Film Projekt „Peter Pan“ verantwortlich waren. Ich fand es super, dass wir nicht sofort alleine den Unterricht in die Hand nehmen mussten, sondern zunächst als Assistent mit den erfahreneren Freiwilligen mitgehen konnten. So konnten sie uns gleich einige Tipps geben und wir lernten wie der Unterricht strukturiert ist. Die ersten zwei Wochen half ich somit beim Planen und ab und zu übernahm ich die Unterrichtsstunde. Am letzten Tag der Engländer und Franzosen wurden alle Eltern der Kinder eingeladen und der selbstgedrehte Film wurde präsentiert. Sogar ein Filmteam traf ein um einige Aufnahmen für das Fernsehen zu machen.

Ab sofort bekamen wir die ganze Verantwortung und Leitung der Schule, mit ca. 60 Kindern in die Hand. Neben uns neun Freiwilligen gibt es noch 2-3 weitere Khmer Lehrer, die sich hauptsächlich um die jüngsten Kinder kümmern. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob das wirklich gut funktioniert und unsere Fähigkeiten ausreichen um das ganze Projekt am Laufen zu halten. Glücklicherweise klappt alles richtig gut. Die ersten Tage waren ziemlich schwierig und ich war meist sehr erschöpft am Abend, aber nach einigen Tagen hatte man sich daran gewöhnt. Immer mehr Namen konnte ich mir merken und lernte das Können meiner Kinder einzuschätzen.

Die Arbeit mit den Kindern ist sehr schön. Jeden Tag werden sie gutgelaunt auf dem Roller oder dem Fahrrad, von ihren Eltern in die Schule gebracht. In der Schule gibt es große Unterschiede, hier werden reiche und arme Kinder gemeinsam Unterrichtet. Viele Kinder kommen mit durchlöcherten T-Shirts und Hosen oder ihrem Schlafanzug in die Schule. Andere stattdessen sehr gepflegt und mit ordentlicher Kleidung. Besonders schön finde ich, dass keines der Kinder ausgelacht oder ausgeschlossen wird.

Die erste Woche fand ich sehr schwierig und ich kam mit der neuen Situation noch nicht so gut klar. Die Umstellung des Essens, die zu Unwohlsein führte. Das heiße Klima, das einen am Anfang ganz schön mitnahm. Immer wieder gibt es für ein paar Tage kein fließendes Wasser, so kommt es vor das man sich nur draußen mit einem Eimer duschen kann. Die vielen Mosquitos, die einen nachts aufwecken, da der ganze Körper juckt. Auch die Geckos, Ratten und Spinnen die in allen Räumen umher rennen.

Mittlerweile habe ich mich an das Leben hier gewöhnt und fühle mich sehr wohl. All die anfänglichen Schwierigkeiten sind nun zum Alltag geworden und stören kaum mehr. 

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