Mein spannender Anfang als Grundschullehrerin in Kambodscha

(von Daniela, 08.10.2015)

Nun bin ich schon über 7 Wochen in meinem Projekt und versuche einen ersten Rückblick zu wagen und meine sowohl positiven, als auch negativen Erfahrungen und Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Angefangen von meiner Ankunft am Flughafen in Phnom Penh, bis jetzt, hat sich viel verändert. Da ich an einem Freitagabend in Kambodscha gelandet bin, habe ich die ersten Tage in Phnom Penh verbracht und bin erst am Montag zu meiner Arbeitsstelle in Tonle Bati gefahren. Die Tage in Phnom Penh waren als Eingewöhnungsphase gedacht, jedoch war zu dieser Zeit kein anderer Freiwilliger und so musste ich die ersten Tage alleine verbringen. Dies viel mir sehr schwer, da mir die Kultur nicht vertraut war und ich mich nicht wirklich traute die Großstadt alleine zu erkunden. So war ich in den ersten Tagen in nicht ganz bester Stimmung und froh, am Montag endlich zu den anderen Freiwilligen zu kommen.

Bei meiner Ankunft stellte sich heraus, dass noch ca. 10 Freiwilligen aus England, 5 aus Frankreich und 8 aus Deutschland an der Schule arbeiteten. Nachdem man sich die ersten Tage angeschaut hat wie alles so läuft, konnte man auch direkt schon mit anpacken. Es stellte sich heraus, dass nur die Freiwilligen die Summerschool, die ca. 3 Monate andauert, organisieren und auch die Kinder alleine unterrichten. Das bedeutet sehr viel Verantwortung die wir nach 2 Wochen zu spüren bekamen, als die Englischen und Französischen Freiwilligen mit ihrem Projekt fertig waren und nach Hause flogen. Wir 8 Deutschen fingen also an, die Gruppen einzuteilen und einen Stundenplan zu erstellen. Schule haben die Kinder in den staatlichen Ferien von halb zwei bis halb 5, ab dem offiziellen Schulbeginn ist Schule von sieben Uhr morgens bis 19.

Das Unterrichten macht mir sehr viel Spaß, da man viele eigene Ideen einbringen kann und die Kinder auch (meistens) gerne lernen. Es ist toll zu sehen wie die Kinder teilweise ihre Schüchternheit ablegen und offener werden, oder es auch schaffen ihren ersten englischen Satz zu schreiben und zu lesen. Wir Freiwilligen leben alle in einem Haus, leider steht uns nur ein großer und ein kleiner Raum zur Verfügung. In dem großen Raum schlafen neun Mädels und den kleinen teilen sich unsere zwei Jungen. Das Leben ist sehr einfach. Außer einem Bett mit Moskitonetz haben wir nichts bekommen. Weder Schrank, noch Ventilator, welchen man teilweise sehr gut gebrauchen könnte. Aber man gewöhnt sich daran und auch wenn man sich manchmal darüber aufregt, ist es letztendlich kein großes Problem. Da unsere Wasserpumpe mit Solar betrieben ist duscht man am besten nur wenn die Sonne scheint, sonst kann man sich auf eine Nacht ohne Wasser einstellen, manchmal auch 1 oder 2 Tage. Auch mit dem Strom hat man zu kämpfen, da dieser immer ausfällt, sobald es regnet.

Doch all das schadet der tollen Zeit, die ich hier habe nicht. Im Gegenteil, es macht sie zu einem noch größeren Abenteuer. Wer kann schon von sich behaupten mit Eimern voller Regenwasser geduscht zu haben, auf Rattenjagd im Zimmer gegangen zu sein, da diese Löcher in Kleidung gefressen haben, oder auch einfach nur in einem Haus fast ohne Wände gelebt zu haben (Bild). Ich zu meiner Person kann behaupten, all diese Dinge getan zu haben und noch viele weitere mehr: ein Bett das einkracht, eine Plantschparty mit Kindern, da sich unser Skatepark mit Wasser gefüllt hat und auch Grashüpfer gegessen zu haben. Wir Freiwilligen verstehen uns alle sehr gut miteinander, bilden ein super Team in der Schule und haben viel zu lachen. Die meisten Abende werden daher mit gemeinsamen Spielen verbracht oder wir setzten uns einfach zusammen und quatschen. Die Wochenenden haben wir frei zur Verfügung. Entweder genießt man die Ruhe in Tonle Bati, nimmt sich dem hektischen Leben in Phnom Penh an, oder nimmt sich ein oder zwei Tage zusätzlich frei und besucht anderer Regionen in Kambodscha. Zusammenfassen kann ich sagen, dass ich alles sehr anders erwartet habe, aber mir insgesamt vorher nicht erträumt hätte, dass es eine so tolle Zeit wird.

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