Meine Zeit als Vorschullehrerin in Tonle Bati

(von Lea, 08.11.2015)

Es ist nun etwas über einen Monat her, seit dem ich meine Reise nach Tonle Bati, Kambodscha angetreten habe. Am 1.10. stieg ich in Hamburg ins Flugzeug und flog über London und Bangkok nach Phnom Penh. Da angekommen fuhr ich erst mal mit einem Tuk-Tuk in das Guest House von Mouy You, der Projektleiterin. Dort verbrachte ich das Wochenende und konnte mich an das Klima und die neue Umgebung gewöhnen. An diesem Wochenende habe ich auch gleich die anderen Freiwilligen kennengelernt, die für einen Tag in die Stadt gefahren sind und uns (mich und den Freiwilligen, der am Tag nach mir angekommen ist) spontan besucht haben.

Am Montag darauf ging es denn gleich ins Projekt nach Tonle Bati, dass sich etwa 30 km südlich von Phnom Penh befindet. Die Schule befindet sich noch in der Aufbauphase und während meiner ersten Wochen waren die Tage in Building Work und Summer School unterteilt. Beim Building Work, also der Baustellen Arbeit haben wir hier Steine gesiebt und gewaschen für den Pool Bereich, Erde von A nach B transportiert um dann dort Pflanzen einzusetzen, die Schulmöbel und die Spielgeräte auf dem Spielplatz abgeschliffen und lackiert. Die Arbeitszeiten waren dafür meistens so zwischen 8 bis 11 Uhr. Die Summer School startete um 13:30. Der Schultag der Kinder begann immer mit einer vollen Zeitstunde Englisch, darauf folgten zwei halbstündige Flexi-Lessons wie Maths, Science, History, Social Studies, Arts & Crafts oder Musik. In der letzten Stunde gab es für alle 60 Schüler zeitgleich Sportunterricht, wo wir Freiwillige verschiedene Aktivitäten angeboten haben, zum Beispiel Fußball, Wikinger Schach, Frisbee oder einfach mit den Kindern auf dem Spielplatz rumtoben.

Die Kinder der Summer School waren zwischen 3 und 15 Jahre alt, sehr freundlich und zutraulich, und das schon nach kürzester Zeit. Ab dem 9.11. öffnet die richtige Schule mit 200 Schülern aus den umliegenden Dörfern und aus Phnom Penh. Das Gelände ist jedoch noch nicht ganz ausgelegt für so viele Schüler und es fehlt an fertigen Klassenräumen und ausreichend Möbel für die Schüler. Aber bei dahin ist noch ein wenig Zeit und wenn man ehrlich ist, ist Planung sowieso eher nichts für die Kambodschaner. Wenn die Schule dann öffnet, dann werden die Lehrer, die Schüler, Freiwillige und Mitarbeiter der Schule eine eigens entworfene Schuluniform tragen, die sich von den hier üblichen stark unterscheidet.

Der Unterrichtsstoff wird von den Freiwilligen und den Khmer-Lehrern selbst entworfen, und so kam es, dass wir verschiedene Arbeitsthemen hatten wie zum Beispiel Umwelt, Märchen und Sagen oder Ferien. Das war allerdings eine große Herausforderung, da wir in Tonle Bati weder eine stetige Internet Verbindung haben, noch einen Drucker oder Kopierer. Das heißt, alle Arbeitsaufträge oder Aufgaben, die wir den Kindern gestellt haben, waren selbst erarbeitet und handschriftlich kopiert. Ähnlich wird es wohl auch in der regulären Schule laufen. Spannend wird es auch werden wenn die Schulkinder aus den nahe liegenden Dörfern kommen, die eher selten bis gar nicht die Schule besucht haben und höchstwahrscheinlich auch kein Englisch sprechen werden.. 

Wir 14 Freiwillige wohnen in einem Volunteerhouse auf dem Schulgelände. Es gibt einen Aufenthaltsbereich im Untergeschoss mit einem Küchenabteil und einer Terrasse und jeweils ein Zimmer für die 4 männlichen Freiwilligen und ein Zimmer für die 10 weiblichen. Dazu kommt natürlich noch für beide Seiten ein eigenes westliches Badezimmer. Die Freiwilligen, die aktuell im Projekt arbeiten, sind zum wesentlichen alle deutsche, mit einer Schweizer Ausnahme. Es ist ab und an ein wenig voll wenn sich alle zusammen tun, aber das hindert einen nicht daran zusammen einen Film zu schauen oder mal länger als 21:00 Uhr wach zu bleiben um zu reden oder sich über den Tag auszutauschen. Der Tag endet meistens für uns alle so zwischen 21:00 und 21:30, weil das Wetter so ermüdend ist. Ausnahmen bilden die Leute, die sich spät noch in den Skatepark setzen um nochmal mit den Liebsten von Zuhause zu telefonieren. 

Kambodscha ist anders als ich es mir vorgestellt habe, aber umso schöner ist es, jetzt hier die verschiedensten Facetten kennen und schätzen zu lernen. Die quirlige Stadt Phnom Penh ist groß genug um bei jedem Besuch etwas neues zu erleben, laut und spannend. Das wirklich ländliche Tonle Bati beeindruckt mit dem riesigem See, wunderschönen Tempelanlagen und kompletter Ruhe, wenn grade mal keine Schüler da sind. Also sind es zwei komplett verschiedene Welten, die sich lohnen sie zu erleben. Bis jetzt war es eine schöne und spannende Zeit, die ich noch 4 Monate erleben werde.

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