Unterricht gestalten in Nordthailand

(von Lea, 12.01.2016)

Nach einer Nacht im Flugzeug landete ich früh morgens in Bangkok und von da aus ging es noch eine Station weiter nach Chiang Rai, im Norden von Thailand. Eine der ersten Fragen, die unser Ansprechpartner mir stellte, war ob ich in einer Schule oder in einem Kinderheim unterrichten möchte, was mich etwas verdutzte, da ich mich lediglich für die Schule beworben hatte. Doch aus Interesse entschied ich mich für beides, was ich auch zu keinem Zeitpunkt des Freiwilligendienstes bereut habe, da das Arbeiten im Kinderheim mir nochmal einen ganz anderen Einblick in die thailändische Kultur und das Leben ermöglicht hat und ich mich dort zudem wie in einer Familie aufgenommen gefühlt habe.

Schon in der ersten Woche wurde ich was das Unterrichten anging ohne jegliche Vorbereitung "ins kalte Wasser geworfen", nach dem Prinzip: learning by doing. Mein Alltag gestaltete sich also so, dass ich den Vormittag und frühen Nachmittag in einer Grundschule und den frühen Abend im Kinderheim verbracht habe um dort Englisch zu unterrichten. In der Schule habe ich von der 1. bis zur 6. Klasse unterrichtet und hatte jede der Klassen einmal die Woche zusammen mit einem anderen Freiwilligen.

Das Unterrichten im Kinderheim war noch freier zu gestalten als in der Grundschule. Da die Kinder von der Schule meist schon etwas müde waren haben wir neben dem spielerischen Englisch lernen auch oft Fussball auf dem Hof oder andere Spiele zusammen gespielt. So sind mir vor allem die Kinder im Kinderheim in kürzester Zeit ans Herz gewachsen und auch das gemeinsame Abendessen nach dem Unterricht ist schnell Normalität geworden.

Manche Abende saßen wir noch länger zusammen im Essraum, haben zusammen gelacht und uns auf Thailändisch, Englisch oder mit Händen und Füßen versucht zu verständigen. Der Abschied hier fiel somit besonders schwer, da ich neben den Kindern auch die Leiterin des Kinderheims, die mich schon bald bat sie mit Mama anzusprechen, sehr ins Herz geschlossen habe.

Gewohnt habe ich mit anderen Freiwilligen und unserem Ansprechpartner, der in schwierigen Situationen als Hilfe für uns vor Ort da sein sollte, in einem Haus. Man kann sich also vorstellen, dass immer etwas los war und es nie langweilig wurde. Wenn man Probleme zu lösen hatte, war man zwar meist (trotz Ansprechpartner vor Ort) auf sich alleine gestellt, was in der Situation teilweise unangenehm war, einen im Nachhinein aber auf jeden Fall selbstständiger gemacht hat. Zurückblickend kann ich sagen, dass ich die Zeit in Thailand auf keinen Fall missen möchte, da sie mir sehr viele schöne, aber auch lehrreiche Erfahrungen gebracht hat. 

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