Grundschullehrerassistentin in Thailand

(von Kristina, 07.07.2016)

Fünf Monate Freiwilligendienst in Thailand sind schwer in Worte zu fassen, denn das, was man hier erlebt, entdeckt und lernt, muss man selber erfahren um es auch nur im Entferntesten zu verstehen! Thailand, insbesondere Chiang Rai, ist für mich ein zweites Zuhause geworden, weswegen mir der Abschied umso schwerer fiel. 

Mein Tag begann morgens um halb acht. Aufstehen, frühstücken, mit dem Roller zur Schule fahren, dabei mit den Gedanken schon beim Unterrichten. Was bringe ich den Kindern heute bei? Und wie stelle ich das am besten an? Eins habe ich nämlich gleich zu Beginn hier gelernt. Mit Spaß, Kreativität, Motivation und Geduld kommt man viel weiter, als mit eiserner Disziplin oder Strenge. Das bedeutet, sich nicht immer zu ernst zu nehmen, sondern im Gegenteil, über seinen eigenen Schatten hinauszuspringen.

Man singt Lieder, so laut, dass andere Lehrer sogar verwundert ihre Köpfe ins Klassenzimmer stecken. Man tanzt und hüpft, obwohl die Kinder einem da um Längen voraus sind. Man bestreitet jede Aufgabe, jede Herausforderung und jedes Spiel mit solch einem Ehrgeiz, als würde es um Alles oder Nichts gehen. Und was man dafür bekommt, zeigt mir, dass es das definitiv wert war. Jedes „Good morning teacher“ hat mir jeden Tag aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, jede Umarmung mein Herz erwärmt und jedes Geschenk, sei es auch nur irgendeine Kritzelei auf einem Schmierblatt, mich immer noch überrascht.

Diese Zuneigung der Schüler hat mir beigebracht, dass man so viel mehr ist, als nur Grundschullehrerin. Man ist Bezugsperson, Freundin, Vorbild, Verbündete und ja, sogar eine Art von großer Schwester. Es geht nicht darum, möglichst viele Vokabeln auf einmal durchzupauken, sondern, die Kinder dazu zubringen, ihre Hemmungen zu vergessen und überhaupt Englisch zu sprechen! Denn jedes noch so leise „How are you?“ ist unglaublich wertvoll.

Und das Tolle daran ist, man lernt Thailand, das Land des Lächelns, auf eine komplett andere Art und Weise kennen. An den Wochenenden und in den Ferien hatten wir jede Menge Zeit verschiedene Orte und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Nichtsdestotrotz fühlt man sich nicht wie ein Tourist, sondern vielmehr wie ein Teil der Gesellschaft. Das Essen, das Klima, die Bräuche, die Art der Thais – ich für meinen Teil habe mich so schnell an all das gewöhnt und mich damit angefreundet.

Außerdem glaubt man zu Beginn gar nicht, wie schnell sich ein halbwegs strukturierter Alltag einstellt. Morgens bis zum frühen Nachmittag verbrachte ich meine Zeit in der Schule, danach ging es meistens zum Sport wie beispielsweise Thaiboxen, Schwimmen oder Joggen und abends wird dann über „Nightbazaare“ und andere Märkte geschlendert oder einfach nur so Zeit in der Stadt verbracht. Zwar habe ich in einem Freiwilligenhaus mit 15 anderen deutschen Freiwilligen gewohnt (was das Thai lernen schier unmöglich für mich gemacht hat), aber gerade das hat meinen Freiwilligendienst umso schöner gemacht. Die Wohngemeinschaft bietet einem die Möglichkeit sich auszutauschen, über Missverständnisse oder Fettnäpfchen, in die man getreten ist zu lachen und generell sich weiterzuentwickeln. So habe ich gelernt, mich auf unterschiedlichste Persönlichkeiten einzustellen und mit ihnen umzugehen, aber auch soziale Kompetenzen werden einem mit auf den Weg gegeben.

Mein Fazit: Es war die absolut richtige Entscheidung einen Freiwilligendienst in Thailand zu absolvieren. Selbst jetzt in Deutschland merke ich, dass ich selbstständiger, verantwortungsbewusster, selbstbewusster, flexibler, spontaner und reifer geworden bin. Es ist für mich immer noch unfassbar, was man alles aus „nur“ fünf Monaten mitnehmen kann, wie zum Beispiel die Fähigkeit im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Denn genau das scheint mir mein Thailandabenteuer immer noch– wie ein kleines Wunder. 

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