Wie die Zeit vergeht - Ein Jahr in Peru

(von Theresa, 10.07.2016)

Es ist wirklich unglaublich, wie schnell das Jahr vergangen ist und das ich in drei Wochen schon wieder in Deutschland sein werde. In letzter Zeit ist eigentlich gar nicht mehr viel passiert, wir haben ein paar Ausflüge in die Umgebung Piuras gemacht und sonst unsere Zeit hier genossen. Gerade jetzt wo der Abschied so nahe ist bekommen Kleinigkeiten, alltägliche Aufgaben nochmal eine ganz andere Bedeutung, man genießt sie mehr, immer in Hinterkopf, dass man das bald nicht mehr machen kann.

 Auch die Kinder fragen immer öfter, wann wir gehen, wollen das wir bleiben und verstehen nicht, dass wir gehen müssen. Vor allem der Abschied von Ines, unserer Chefin wird besonders schwer, da sie hier wirklich so etwas wie unsere Tante war, und uns sofort in ihre Familie aufgenommen hat. Trotz alledem freue ich mich natürlich auch wieder meine Familie und Freunde in Deutschland zu sehen.

Peru ist ein wunderschönes Land mit tollen Menschen und einer fantastischen Lebenseinstellung. In dem Jahr hatten wir die Möglichkeit, das Land und die Nachbarländer in unseren Reisen kennen zu lernen, was wirklich unvergesslich war, doch trotz allem war die Arbeit im Projekt immer das schönste. Zu sehen, wie die kleinen Kinder am Anfang noch etwas schüchtern waren, doch jetzt in der Bibliothek auf einen zugerannt kommen und hochgenommen werden wollen, oder die, wenn auch kleinen Fortschritte der 6. Klasse im Englischunterricht zu sehen, die trotz dreimonatiger Ferien doch nicht alles vergessen haben ist einfach unbeschreiblich.

Es war natürlich auch nicht immer alles toll, oft fragt man sich ob der Englischunterricht wirklich etwas bringt, ob die Kinder von einer Doppelstunde Englisch pro Woche wirklich etwas mitnehmen und wie das peruanische Bildungssystem überhaupt funktionieren soll, wenn gefühlt jede Woche irgendein anderer Tag gefeiert wird wegen dem der Unterricht ausfällt ( Tag des Lehrers, Tag der Kartoffel,...). Doch im Endeffekt geht es bei unserer Aufgabe auch gar nicht darum, den Kindern Englischunterricht wie in deutschen Schulen zu geben, sondern ihnen etwas Abwechslung zu bieten, zu zeigen, dass es etwas gibt außerhalb von Alto de los More, außerhalb von Peru.

Der Unterricht, wenn er also Mal stattfand sorgte so einige Male für Ernüchterung, wenn die Kinder sich nach vier Wochen die Farben immer noch nicht merken können, doch nachmittags die Bibliothek ist ein willkommener Ausgleich und auch wirklich super für die Kinder. Hier üben sie lesen, was zuhause niemand mit ihnen macht und können mit ihren Freunden spielen anstatt den Eltern auf dem Feld zu helfen, oder sich einfach zu langweilen. Außerdem bekommen sie eine Art Erziehung, sie lernen sich zu Entschuldigen, Pünktlich zu sein und Danke und Bitte zu sagen, was ihnen sonst nicht beigebracht wird.

Auch außerhalb des Projekts hat man ein „Leben entwickelt“, fühlt sich zuhause, geht ins Fitnesstudio, hat seine Stammrestaurants und Lieblingsgerichte. Das jetzt alles zu verlassen, ohne zu wissen ob und wann man zurück kommt wird auf jeden Fall nicht einfach. Deswegen genieße ich meine letzen drei Wochen hier jetzt auch noch einmal so richtig, reise mit meinen Freunden in die Umgebung Piuras, gehe in meine Lieblingsrestaurants, esse meine Lieblingsgerichte und verbringe so viel Zeit wie möglich mit den Kindern und Ines.

Hierher zu gehen war auf jeden Fall eine der besten Entscheidungen meines Lebens und ich würde es jederzeit wieder tun.

...zum Projekt bitte hier klicken...

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