6 Wochen an einer kambodschanischen Grundschule

(von Johanna, 24.09.2016)

Ich bin für sechs Wochen in Kambodscha in Tonle Bati im Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine Grundschule, in der sowohl Kinder aus Phnom Penh, als auch Kinder vom Land zur Schule gehen. Die Schule ist eine "Montessori Schule" und demnach werden neben den Hauptfächern Englisch, Mathe und Khmai vor allem viele spielerische Fächer, wie Musik, Arts and Crafts, Schwimmen und Sport etc. unterrichtet. 

 Die Volunteers unterrichten täglich von 08.30-15.45 Uhr, wobei jeder seine Schwerpunktfächer hat. Meine Aufgaben liegen darin, täglich eine Stunde Sport an der Schule zu unterrichten, da ich mich für die Stelle als Sportlehrerin beworben hatte. Darüber hinaus unterrichte ich zweimal in der Woche eine Stunde Englisch. Da ich allerdings mit sechs Wochen Einsatzzeit wirklich nur sehr kurz mithelfe, bin ich die restlichen Stunden des Tages in der Nursery. Hier spiele, male, bastle, singe, etc. ich mit den Kindern und auch hier ist das Englisch-Lernen schon ein wichtiger Bestandteil der Lehrinhalte. 


Ich habe das Gefühl durch die Mitarbeit an der Schule sehr intensiv in eine Kultur einzutauchen und sich vollkommen auf eine eigentlich fremde Welt einzulassen. Der persönliche Kontakt zu den Kindern und den einheimischen Lehrern und Mitarbeitern der Schule ist sehr bereichernd und ich merke, wie ich mich mit jedem Tag mehr auf das Leben und die Kultur in Kambodscha einlasse. Seit kurzem ist es auch Aufgabe der Volunteers, den Workern, die momentan am weiteren Ausbau der Schule arbeiten, jeden Tag abends eine Stunde Englisch Unterricht zu geben. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, da diese Leute kein Wort Englisch sprechen und wir somit gezwungen sind die Landessprache Khmai zu lernen, um uns verständigen zu können. Missverständnisse bringen uns alle immer zum Lachen und sowohl wir, als auch sie, haben viel Spass zusammen. 

Eine Herausforderung war anfangs bestimmt, sich an die einfachen Lebensverhältnisse zu gewöhnen, denn Luxus bietet das "Volunteer Haus" keinen. Und eine ständige Herausforderung ist auf jeden Fall, dass die Kinder im Unterricht Schwierigkeiten haben, sich lange zu konzentrieren und still zu sitzen. Auch das Zuhören fällt ihnen nicht immer leicht und oft sind sie sehr undiszipliniert. Das kostet uns oftmals Nerven und Energie und das Unterrichten kann somit auch sehr anstrengend sein. 

Ich bin davon überzeugt, dass man durch die Freiwilligenarbeit sehr viel lernt. Ich bin bestimmt toleranter und offener gegenüber anderen Kulturen und deren Eigenheiten geworden und habe mehr Interesse für die Einheimischen und deren Geschichten entwickelt. Durch das Unterrichten lernt man auf jeden Fall selbstbewusstes Auftreten und Durchsetzungsstärke. Ich habe auch gelernt, dass es nicht immer möglich ist, Dinge und eigene Vorstellungen umzusetzen, selbst wenn man manchmal wüsste wie es besser ginge. Sondern manchmal einfach akzeptieren zu müssen, dass andere Kulturen Dinge nunmal anders lösen und man ihnen nicht alle "westlichen Gewohnheiten" aufdrängen kann. Man lernt sich in die Menschen hier hineinzuversetzen und sie zu verstehen.

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