9 Wochen in Guatemala

(von Carolin, 06.12.2016)

Für mich ging es im Juli 2016 nach Guatemala, um genauer zu sein nach Antigua- eine wunderschöne ehemalige Kolonialstadt im zentralen Hochland Guatemalas. Dort lebte ich in einem Homestay mit anderen Freiwilligen und jungen Leuten die spanisch lernten, wodurch ich sehr viele nette und interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen lernte.  Nach dem Frühstück ging es mit einem so genannten "Chickenbus" nach Ciudad Vieja, eine kleine Stadt/Dorf etwas außerhalb von Antigua. Dort befindet sich nämlich die Schule, an der ich die 9 Wochen arbeiten durfte. 

Meine Aufgaben bestanden darin, den Lehrer während des Unterrichtes zu unterstützen, mit den Kindern zusammen zu arbeiten und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Außerdem habe ich noch drei Mal die Woche, Montags, Dienstags und Freitags, bei dem Nachmittagsunterricht geholfen, der für Kinder gedacht ist, die extra Unterstützung brauchen. Außerdem habe ich in dem Padrino-Programm mitgearbeitet. Dabei geht es darum, dass Familien praktisch die Patenschaft für ein Kind übernehmen und ihnen regelmäßig Briefe schreiben, die wir den Kindern dann vorgelesen haben und mit ihnen gemeinsam eine Antwort verfasst haben. 

Die Schule beginnt jeden Morgen um 07:30 Uhr und endet um 12:30 Uhr. Die Kinder bekommen in der Pause einen kleinen Snack und nach der Schule ein Mittagessen. Auch wird viel Wert auf das Händewaschen und Zähneputzen gelegt, da dies bei manchen Kindern zu Hause etwas zu kurz kommt. Die Organisation und ihre Schulen unterscheiden sich in dieser Hinsicht sehr von anderen staatlichen Schulen vor Ort. Des weiteren werden die Kinder, wenn nötig, auch von Psycholog(inn)en und Sozialarbeitern betreut. Auch ist es der Organisation sehr wichtig, dass die Eltern mit eingebunden werden. So gibt es beispielsweise Küchendienste, Elterntreffen und verschiedenen Kurse. 

Die Lehrer sind alle noch recht jung, haben aber ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Schülern und auch zu den Freiwilligen die dort arbeiten. Die Atmosphäre an der Schule war immer sehr angenehm und man hatte das Gefühl wirklich eine Hilfe und willkommen zu sein. Da die Kinder aus sehr armen Familien stammen, erfährt man viel über das Leben in Guatemala und über die Schwierigkeiten die es mit sich bringt. 

Was mich diese neun Wochen gelehrt haben ist definitiv, dass wir uns in Deutschland sehr glücklich schätzen können über die Bildung die wir erhalten und die Wege und Möglichkeiten die sie uns eröffnet. Ohne Bildung und einen (guten) Schulabschluss, hat man in Guatemala überhaupt keine Chancen auf ein besseres Leben. 

Ich bin von der Partnerorganisation in Guatemala sehr überzeugt, da sie den Kindern eben genau diese Chance gibt und sich wirklich für die Kinder interessieren. Und das Schöne ist eben auch, dass die Kinder einem zeigen, wie froh sie sind, dass man dort ist. Sie sind sehr wissbegierig über das Leben hier in Deutschland und meine Familie. Sie sind wirklich sehr zutraulich und man schließt sie sofort ins Herz und baut eine Beziehung zu ihnen auf. Die Kinder haben mich sehr beeindruckt, denn obwohl sie zu Hause in sehr schwierigen Situationen leben, so gut wie nichts besitzen, sind sie dennoch so glücklich und beschweren sich so gut wie nicht. 

Guatemala als Land hat mich ebenfalls komplett in seinen Bann gezogen. Das Leben dort ist viel lauter und bunter als hier in Deutschland. Das Essen ist köstlich, auch wenn ich mich zu Beginn an das ganze Maismehl erstmal gewöhnen musste :) Die Menschen sind immer fröhlich und extrem freundlich. Und natürlich die Landschaft! In Antigua selbst gibt es drei Vulkane, auf die man bei einem Spaziergang durch die Stadt einen wundervollen Blick hat. Auch am Wochenende gibt es immer etwas zu tun und zu besichtigen. 

Eine kleine Herausforderung zu Beginn war die Sprache. Denn obwohl ich recht fließend Spanisch spreche, war es anfangs etwas schwierig zu verstehen, da das Spanisch in Lateinamerika eben doch sehr unterschiedlich zu dem in Spanien ist. Jedoch hatte ich mich nach ca. einer Woche daran gewöhnt - und das Schöne ist ja: man lernt nie aus! 

Was ich in dieser Zeit in Guatemala gelernt habe ist zum Einen, dass man Freunde auf der ganzen Welt finden kann, auch wenn man vielleicht nicht die gleiche Sprache spricht. Außerdem habe ich das Leben hier mehr schätzen gelernt. Gerade Dinge die für uns in Deutschland total selbstverständlich sind wie Trinkwasser aus dem Wasserhahn, Geld um seinen Kindern neue Klamotten zu kaufen oder ihnen ein Pausenbrot zu richten ist dort nicht selbstverständlich. Und auch die Möglichkeit an Bildung zu gelangen und später einen sicheren Job zu bekommen sehe ich jetzt mit ganz anderen Augen. Und natürlich sind die Kinder einfach wundervoll es war wirklich schwierig wieder zu gehen. :) 

Allen in Allem kann ich sagen, dass diese zwei Monate in Guatemala mit die beste Zeit in meinem Leben waren und ich würde definitiv jedem raten dort hinzugehen, da es eine einmalige und besondere Erfahrung sein wird.

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