Meine Erfahrungen beim Englisch unterrichten in Thailand

(von Rebecca, 02.11.2017)

Am 17.07.2017 ging es für mich los. In ein fremdes Land, von dem ich bis dahin nur in Büchern gelesen und im Internet Fotos gesehen hatte. Doch nach 17 Stunden Flug, kam ich abends in Chiang Rai an und wurde von meinem Ansprechpartner am Flughafen abgeholt. Es ging aber nicht direkt zur Unterkunft, sondern ich wurde in ein kleines Lokal gebracht, in dem die Freiwilligen, die hier für ein Jahr waren, ihre Abschiedsfeier hatten. Sie begrüßten mich sehr herzlich und waren von der ersten Minute an sehr offen und nett zu mir und erzählten viel über Ihre Erlebnisse in Chiang Rai.

Bei der Feier wurde ich auch sofort der Direktorin vorgestellt, auf dessen Schule ich drei Monate lang unterrichten sollte und ich erfuhr unter anderem, dass ich, nachdem die jetzigen Volunteers abgereist sind, 10 Tage ganz allein in der Unterkunft sein muss, bis die neuen Freiwilligen ankommen. Damit hatte ich nicht gerechnet und war mit dieser Neuigkeit ziemlich überfordert. Ich konnte mir nicht vorstellen gerade angekommen zu sein, eine Woche mit den anderen zu verbringen, und dann direkt 10 Tage allein klar kommen zu müssen. 

Mein erster Tag in der Schule fing sehr ruhig und entspannt an. Meine Direktorin führte mich herum und ich musste mich jedem Lehrer und jeder Klasse einzeln vorstellen. Unterrichten musste ich erst am dritten Tag nach meiner Ankunft, sodass ich nicht ins kalte Wasser geworfen wurde, sondern erst einmal einen Einblick in den Schulalltag bekommen konnte. An meiner Schule waren ungefähr 100 Schüler von der 1. Bis zur 6. Klasse. Die Schüler nannten mich liebevoll „Teacher“ und kamen immer sofort angerannt, wenn sie mich sahen. Sie wuchsen mir sehr schnell ans Herz und mit der Zeit merkte ich, dass ich nicht nur eine Lehrerin für sie war, sondern auch eine Bezugsperson, Freundin und auch Vorbild. Das Unterrichten viel mir anfangs nicht so leicht, da die Kinder so gut wie gar kein Wort Englisch sprachen und daher oft nicht verstanden, was ich von ihnen wollte. Aber mit der Zeit entwickelte ich verschiedene Methoden und bekam ein Gefühl für die Dinge, die ich den Schülern beibringen konnte. Nach ein paar Wochen merkte ich, wie sich mein Unterricht zunehmend verbesserte. Es gab natürlich immer ein paar Unterrichtsstunden, die sehr gut funktionierten und dann wieder welche, mit denen ich überhaupt nicht zufrieden war. Doch ich genoss es, das Unterrichten mal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. 

Die 10 Tage, die ich hätte allein verbringen müssen, wohnte ich bei einer Lehrerin aus meiner Schule. Sie bot mir netterweise an, die Zeit bei sich zu wohnen. Ich muss zugeben, diese 10 Tage in einer Thai Familie zu verbringen war eine der besten Erfahrungen, die ich im Laufe meines Aufenthaltes gemacht habe. Ich konnte einen tiefen Einblick in die thailändische Kultur bekommen und freundete mich sehr mit meiner Lehrerin an, sodass ich auch noch, nachdem ich wieder in die WG zurückgekehrt war, an manchen Wochenenden zu ihr kam und wir gemeinsam Ausflüge unternahmen. Sie war wie eine Ersatzmutter für mich geworden, zu der ich bis heute noch Kontakt habe. 

Auch mit den neuen Freiwilligen verstand ich mich sehr gut. Vor allem an den Wochenenden unternahmen wir viel gemeinsam. Wir machten beispielsweise einen Kurs im Thaiboxen, unternahmen verschiedene Ausflüge, wie z.B. in ein Elefantendorf und zu einem Wasserfall oder verbrachten die Zeit in unserem gemeinsamen Wohnzimmer der WG. 

Meiner Meinung nach, vergingen die drei Monate viel zu schnell und ich wäre gern etwas länger geblieben. Aber ich habe so viele neue Erfahrungen gesammelt, tolle neue Menschen kennengelernt und auch mich besser kennengelernt, sodass sich mein Aufenthalt in vollen Zügen gelohnt hat. Zudem kann ich über mich sagen, dass ich selbst in dieser kurzen Zeitspanne sehr an Selbstbewusstsein zugenommen habe und mit schwierigen Situationen besser umgehen kann.

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