Meine Zeit als Freiwillige in einer Gemeinde in Ecuador

(von Melissa, 28.10.2017)

Mein dreimonatiger Freiwilligendienst in Ecuador begann mit einem einwöchigen Aufenthalt in der in den Anden liegenden Hauptstadt Quito. Hier verbrachte ich die ersten Tage mit Sightseeing bevor es weiter in meinen 10 Stunden entfernten Einsatzort Puerto López ging. In Quito ist es aufgrund des großstädtischen Charakters der Hauptstadt teilweise sehr leicht zu vergessen, dass man sich in einem sogenannten "Entwicklungsland" befindet. Es gibt viel zu entdecken und eine unglaubliche kulturelle Vielfalt. 

Mein Einsatzort Puerto López hingegen war sehr klein und sehr familiär. Bereits am ersten Tag lernte ich die Gastfreundschaft und die unglaublichen Dimensionen Ecuadorianischer Familien kennen als ich den 9 Geschwistern meines Gastvaters und ihren jeweiligen Familien vorgestellt wurde. Diese stellten mich im Laufe meines Aufenthaltes ihren Freunden vor und schon bald wusste ungefähr das gesamte 16.000 Einwohner Dorf wer ich war. 

Ich arbeitete in meinen drei Monaten an unterschiedlichen Projekten. Die ersten drei Wochen half ich in einem der Kindergärten des Dorfes aus, wo eine der Kindergärtnerinnen erkrankt war. Schnell merkte ich jedoch wie groß die Nachfrage nach Englischunterricht war und fand eine örtliche non-profit Organisation die kostenlosen Englischunterricht für Kinder und Erwachsene anbot. Hier hatte ich von Anfang an jeden Tag drei eigene Lerngruppen, was mich als nicht ausgebildete Lehrerin vor die Herausforderung stellte nun Unterricht vorzubereiten und das auch noch für komplett unterschiedliche Altersgruppen und Sprachlevel. 

Das Unterrichten war mein persönliches Highlight und hat mir persönlich viel mit meinem Spanisch geholfen. Mit einigen meiner ehemaligen Schüler bin ich noch immer in Kontakt. Es sprach sich herum dass ich Englisch unterrichte und nun rannten jedes Mal wenn ich in die Nähe meiner Straße kam eine Gruppe von Kindern auf mich zu denen ich den "head, shoulders, knees and toes" Tanz und einiges andere beibrachte. Zusätzlich bat mich der Pastor einer evangelischen Gemeinde Interessierte in seiner Kirche zu unterrichten. Diese Gruppe konnte zum Glück nach meiner Abreise von einer amerikanischen Freiwilligen übernommen werden, sodass hoffentlich ein wirklicher Lernfortschritt erreicht werden kann. 

Puerto López ist ein Fischerdorf das bei Touristen vor allem für die "Isla de la Plata", das Galapagos der Armen, und für die Buckelwale die sich dort paaren beliebt ist.  In meinen drei Monaten hatte ich also das Glück Ecuadors Küste gemeinsam mit meiner Gastfamilie und anderen Freiwilligen erkunden zu können. Das Reisen im Bus ist zudem sehr günstig weshalb ich die Gelegenheit nutzte und auch den Amazonía für einige Tage besuchte. 

Der Aufenthalt in Ecuador hat mir geholfen ganz andere Lebensperspektiven kennenzulernen. In Deutschland passiert es schnell dass man gar nicht merkt wie schnell die Zeit vergeht weil man von einem Ziel zum nächsten hetzt. Manchmal kann es hilfreich sein sich die Ecuadorianische Gelassenheit anzueignen um herauszufinden was die eigenen Prioritäten sind.  Schlussendlich kann ich es jedem empfehlen in einer solchen Art und Weise einmal aus seinem Alltag und seiner Komfortzone auszubrechen.

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