Unterrichten in Thailand

(von Maximilian, 08.12.2017)

Nach nun knappen 6 Wochen meiner insgesamt 5 Monate hier in Uttaradit, Thailand kann ich schon kaum in Worte fassen, was ich bisher erleben durfte. Zuerst einmal muss ich betonen, dass ich von der Wohnsituation mehr als positiv überrascht bin. Direkt in der ersten Woche ging es dann auch schon los, Unterrichten von thailändischen Kindern, die meine Sprache ebenso wenig verstehen, wie ich ihre. Mit ein wenig Unsicherheit ging es also direkt in den ersten Unterricht nach einer kurzen Besprechung des täglichen "Lesson Plan", der von uns und unserem Ansprechpartner/Organisator „Peter“ jeden Tag zusammengesetzt wird. 

 Die anderen Freiwilligen, welche schon länger hier wohnten und arbeiteten, schienen alle sehr locker und erklärten mir schnell die mittlerweile auch für mich gewohnten Abläufe. Genau so unbeschwert, wie er mir geschildert wurde, lief dann auch tatsächlich der erste Arbeitstag ab. Das Unterrichten ist zwar oft herausfordernd, unterrichtet man die älteren Klassen, aber trotzdem macht es eine Menge Spaß, die jeweiligen Auswirkungen der eigenen Arbeit am stetig steigenden Englischniveau der Schüler nachverfolgen zu können. Besonders hier fällt, bemessen am Englischniveau der Englischlehrer, auf, wie wichtig unser Wirken für die Zukunft der Schüler sein kann, denn viele Leute in Thailand sprechen kaum oder nur sehr schlechtes Englisch. 

Bei den jungen Schülern ist der Unterricht sehr entspannt und spielerisch gestaltet, da die Schule hier in Thailand bereits mit 3 Jahren für die Kinder beginnt. Die anderen Freiwilligen haben mich sehr schnell herzlich aufgenommen und innerhalb einer Woche fühlte ich mich "eingelebt" in meinem neuen zeitweiligen Zuhause. Da wir eine ziemlich bunt gewürfelte Gruppe von Freiwilligen aus der ganzen Welt sind, ist für jeden was dabei. Von morgens vor der Arbeit laufen gehen und Workout am Nachmittag bis Serien gucken den halben Tag findet man hier eigentlich fast immer jemanden, der dabei ist. Gerade auch durch die zeitliche Begrenztheit des Einsatzes, die ständige Veränderung innerhalb der Freiwilligengruppe erzwingt, sind die Freundschaften untereinander hier sehr schnell geschlossen und das Zusammenleben sehr dynamisch.

Auch das Reisen, welches uns in freien Wochen offensteht, gefällt mir sehr, wobei jeder Freiwillige letztlich selbst entscheidet, was er von Thailand wann sehen möchte. Trotzdem bin ich bisher immer in einer Gruppe gereist, alleine muss man hier nie sein, solange man es nicht selbst möchte. Gerade im Wechsel der Erfahrungen zwischen Großstadtleben und dem touristenfreien Schulalltag wird ein mehrschichtiges Verständnis für die Kultur und das Leben der Thailänder unumgänglich.

Die Thais sind aus den Augen eines Europäers betrachtet auffallend zuvorkommend, nett und vor allem aber hilfsbereit. Für mich wirkt das Leben hier unbeschwerter und lockerer, was aber letztlich auch zu großen Teilen auf die Unorganisiertheit der Thais zurückzuführen ist. Ob es das gemeinsame Unternehmen von Ausflügen an den Wochenenden war oder eine von zahlreichen Parties, die die Thais sehr gerne feiern - egal welche Altersklasse sie sind, wir wurden immer herzlich angenommen und persistent versucht eingeladen zu werden oder gefragt, ob es für uns in Ordnung wäre, ein Foto mit den Einwohnern von Uttaradit zu machen, die hier, ab von den riesigen Großstädten in ihrer Stadt von Mittelgröße, westliche Menschen mit weißer Haut eher seltener zu Gesicht bekommen. 

Der Unterricht findet ein Kleingruppen innerhalb der Klassen statt, in denen jeweils verschiedene Themen der englischen Sprache behandelt werden. Auch wenn sich die Themen oft wiederholen im Unterricht der einzelnen Klassen ist eine Vielseitigkeit des Unterrichts gegeben dadurch, dass die Schüler in verschiedensten Klassen im Alter von 3-15 Jahren sind und sich somit auch auf ausschlaggebend uneinheitlichem englischsprachlichem Niveau befinden. 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich gespannt bin auf die nächsten Monate meines Aufenthalts hier in Thailand und sehr zufrieden bin mit der Situation vor Ort als auch insgesamt in Hinblick auf die Situation in anderen Städten. Abschließend möchte ich eventuellen zukünftigen Freiwilligen raten, mit einer Lockerheit und einem genügenden Maß an Spontaneität zu kommen und nicht immer alles planen zu wollen, denn in Thailand wird oft in den Tag gelebt, was aber auf keinen Fall einem wunderschönem, ereignisreichem Aufenthalt im Wege steht, denn letztlich sind die Möglichkeiten in fast allen Lebensbereichen hier so weitgehend, dass unser Aufenthalt tendenziell das ist, was wir daraus machen. 

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