Unsere Arbeit im Kinderheim in Nepal

(von Daniela und Sarah, 16.08.2018)

Daniela Erfahrungsbericht: Mein Reise begann vor 3 Wochen als ich mich alleine von Frankfurt auf in ein Kinderheim nach Nepal machte. Als ich im Flugzeug saß waren meine Aufregung und Vorfreude unbeschreiblich. Endlich in Kathmandu angekommen fühlte es sich dann an als sei ich in anderen Welt und dementsprechend mischte sich zu meiner Aufregung auch etwas Unsicherheit und Angst. Die verflogen jedoch als ich kurz darauf von einem Projektmitarbeiter abgeholt und zu einem Gästehaus als Übergangsunterkunft gebracht wurde.

Auf dem Weg dorthin erlebte ich dann das nepalaische Leben. Es war heiß, überall herrschte riesiges Verkehrschaos, alles war bunt, voller Menschen und Staub. Im Gästehaus jedoch fühlte ich mich sofort wohl unter all den herzlichen und freundlichen Menschen. Ich lernte die Einheimischen und andere Freiwillige aus anderen Ländern kennen, entdeckte Kathmandu und kam nachdem ich den Kulturschock erstmal verdaut hatte so langsam in diesem Land an. 

Tags darauf begann dann wirklich das Abenteuer als ich mit 4 anderen Freiwilligen mit dem Bus in das Kinderheim nach Pokhara fuhr. Die Fahrt war beeindruckend, ich sah nach der wilden und riesigen Stadt Kathmandu endlich wie schön Nepal mit seinen atemberaubenden Landschaften und Bergen ist und wie die Menschen ein Leben hier leben, das in keinster Weise mit dem Leben und dem Standard in Deutschland zu vergleichen ist. 

Nach 10 Stunden kurvenreicher und holpriger Busfahrt kamen wir dann in unser neues Zuhause für die nächste Zeit an. Die Menschen und Kinder hier sorgen aber dafür das man sich sofort wohl fühlt und sich schnell an das ganz neue Leben hier gewöhnt. Natürlich war es für mich eine Herausforderung bis ich mich daran gewöhnt hatte, so weit weg von zuhause ein komplett anderes und einfaches Leben zu führen. Doch der Alltag mit den fröhlichen Kindern und den anderen Freiwilligen ist spannend, aufregend und voller Spaß, sodass ich mich jeden Abend auf den nächsten Tag freute. 

Meine Tage begannen damit die Kinder auf dem Schulweg zu begleiten wo ich mich mit den Kindern zu unterhalten konnte und wir immer gemeinsam gelacht haben. Nie werde ich vergessen wie die kleinen Kids einfach wie selbstverständlich deine Hand nehmen und dich umarmen oder aus dem Schulbus nochmal deinen Namen rufen nur um dir zum Abschied zu winken. Wieder zuhause gab es Frühstück und danach hieß es Unmengen an Gemüse für das Essen der Kinder zu schneiden und das alles zusammen mit den anderen Freiwilligen sodass man auch dabei immer Spaß hatte. 

Mittags hatten wir dann Freizeit, die genug Möglichkeiten bot sich mit anderen Freiwilligen zusammenzuschließen, das schöne Pokhara mit seinen Seen und Bergen zu entdecken und jeden Tag etwas neues zu erleben. Zum späten Nachmittag hieß es dann wieder Gemüse schneiden und daraufhin mit den Kindern zu spielen oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, denn die meiste Zeit verbringen die Kinder hier mit Lernen. Nachdem alle zu Abend gegessen hatten verbrachte ich meine Zeit entweder mit den Kids oder den anderen Freiwilligen. 

Bei so viel gemeinsamer Zeit schlossen sich also schnell Freundschaften auch wenn die gemeinsame Zeit manchmal sehr kurz war und oft wieder neue Freiwillige kamen oder andere gingen. Vor allem aber die Kinder schließt man schnell ins Herz auch wenn ich bei 75 Kindern selbst jetzt noch nicht alle richtig kenne geschweige denn bei ihrem Namen. 

Doch es unglaublich dankbare Aufgabe hier zu helfen, denn jeden Tag machst du neue Erfahrungen, lernst so vieles über die verschiedenen Kulturen und siehst das einen auch ein ganz einfaches Leben zufrieden machen kann. Es macht mir mittlerweile nichts mehr aus dass es immer das gleiche Essen gibt, das Bett nicht so weich ist oder ich meine Wäsche von Hand waschen muss. Der Aufenthalt hier hat mir also vor allem gezeigt, was ich alles habe und was davon ich wirklich brauche, denn ich glaube das wird einem erst richtig klar wenn man sein Leben mal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Auch Probleme, Ängste, meinen Lebensstil oder meine Ziele sehe ich durch diesen Perspektivwechsel nun ganz anders. 

Das Leben hier, die offene Kultur und die freundlichen Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen, ich habe tolle Menschen kennengelernt und so viel gelernt, dass es bis jetzt die beste Entscheidung war diesen Schritt zu wagen und ich diese Erfahrung niemals vergessen werde.

 

Sarah Erfahrungsbericht: Namaste-automatisch und ohne zu überlegen, rutscht mir diese Begrüßung über die Lippen und zeigt, wie gut ich mich hier schon in Nepal eingelebt habe. Mittlerweile bin ich seit gut 3 Wochen in einem Kinderheim in Pokhara. Meine Reise begann mit dem Flug nach Kathmandu. Dort hatte ich einen freien Tag bevor ich mit dem Bus nach Pokhara gefahren bin. Meine Unterkunft war ungefähr wie ein Guesthouse und außer mir waren noch viele andere internationale Freiwillige dort. Gemeinsam haben wir die Zeit verbracht und die Stadt erkundet.

Schon in den ersten paar Tagen fallen uns die vielen Tempel, traditionellen Kleider und die Gastfreundschaft auf. Die Menschen hier sind alle total offen, hilfsbereit und lieb. Genau mit dieser Einstellung habe ich auch die Leiter von dem Kinderheim kennen gelernt. Wir wohnen alle gemeinsam unter einem Dach, die Kinder unten und wir Freiwilligen im 1. Stock. Unser Tagesablauf sieht so aus, zuerst bringen wir einen Teil von den Kindern zu Fuß in die Schule. Man läuft ca. 45 Minuten und es ist schon ein kleiner Marathon morgens um 7:15, vor allem wenn es heiß ist. Anschließend wird der nächste Teil von den Kindern zum Bus gebracht.

Wieder zu Hause angekommen gibt es erstmal Frühstück und das Gemüse für das Mittagessen wird geschnitten. Um ca. 11 Uhr sind wir fertig und dann beginnt unsere Freizeit bis um 16:30, da wir dort wieder zum Schneiden für das Abendessen zurück sein müssen. In der Freizeit unternehmen wir alle möglichen Sachen und erkundigen Pokhara. Leider kommen die Kinder erst spät von der Schule heim und dann haben sie noch sogenannte "study sessions", daher ist es sehr schwierig mit den Kindern Zeit zu verbringen, da sie wenig Freizeit haben. Dadurch schätzt man jede Minute mit den Kindern, die sehr offen, neugierig und nett sind. Mit der Zeit lernt man die Kinder besser kennen, auch wenn ich mit den Namen echt Probleme habe. Aber man lernt nicht nur mehr über die Kinder, sondern auch über die Kultur und Mentalität hier in Nepal.

In diesem Land lernt man sich selber und seinen Charakter besser kennen. Egal welchen Tempel man besucht, er strahlt sofort eine gewisse Ruhe aus, man kehrt in sich zusammen und kommt runter. Ich versuche so viel wie möglich über die Traditionen, das Leben und Essen zu lernen und hoffe, dass in meiner restlichen Zeit noch viel neues dazu kommen wird.

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