Ein Tag im Projekt in Kambodscha

(von Sabine, 06.08.2019)

Sophia beim Freiwilligendienst in Kambodscha Alles ist für uns Alltag geworden: der Umgang mit den Kambodschanern, die Lebenssituation für uns und der tägliche Unterricht. Um sich ein wenig besser vorstellen zu können, was das alles bedeutet, habe ich versucht meinen Alltag zusammenzufassen.

5.15 Uhr: Aufstehen
Anfangs war es für uns noch schwer die Geräusche vom Tempel und von den Tieren auszublenden um entspannt schlafen zu können, mittlerweile haben wir uns aber daran gewöhnt. Jetzt ist es auch kein Problem mehr, wenn der Nachbar Hochzeit feiert und dafür seine Musik zwei Wochen lang von morgens um fünf bis abends um zehn Uhr laut aufdrehen.

6.00 Uhr Frühstück
Entgegen der Kambodschaner essen wir morgens keinen Reis, sondern bekommen Haferflocken, Toast und Milch gestellt. Dazu holen wir uns regelmäßig frische Früchte vom nahegelegenen Markt. Die Lebensmittel dort sind nicht nur günstiger als in Deutschland, sondern auch bei Weitem leckerer.

7.00 Uhr Putzen
Jedem von uns Freiwilligen wurde ein Bereich zugeteilt, für den wir zuständig sind und den wir jeden Morgen putzen und aufräumen. Der Teil der Freiwilligen in dem Kindergarten ist der Weg vor unserem Haus, der gefegt werden muss. So sind wir also jeden Morgen zusammen eine halbe Stunde damit beschäftigt Blätter zusammen zu fegen.

Jeden morgen putze ich, meine Mitfreiwillige und die Khmer-Lehrerinnen den Kindergarten. Die Aufgabe der Freiwilligen ist es dabei, alle Materialien, mit denen die Kinder spielen von Staub, Spinnweben und anderen Tieren zu befreien. Manchmal haben wir auch Kinder dabei, die versuchen uns zu helfen. Sie machen oft dann aber doch mehr Arbeit, als sie uns abnehmen. Dafür ist es einfach süß zu sehen, wie sie sich anstrengen und sich bemühen, es richtig zu machen. Seit einiger Zeit haben wir für die älteren Kinder in dem Kindergarten jetzt ein neues Gebäude, indem sie mit anspruchsvolleren Spielsachen spielen sollen. Für uns heißt das aber auch zwei weitere Räume voller Spielsachen, die jeden Morgen auf uns warten.

8.00 Uhr morgendlicher Sitzkreis
Der Sitzkreis am Morgen findet mit allen Kindern zusammen statt. Neben Lieder singen und die Anwesenheit zu kontrollieren, werden auch wichtige Ankündigungen für den Tag gemacht.

8.30 Uhr Sportunterricht
Danach geht es in Gruppen von 6-8 Kindern pro Lehrer zum Sport. Seit Kurzem haben wir auf dem Gelände ein Trampolin und auch der Spielplatz ist besonders bei den kleinen Kindern beliebt. Zudem lassen wir die Kinder verschiedene Sportarten wie Tennis, Fußball und Akrobatik ausprobieren. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut. Wenn zum Beispiel der Tennisschläger größer als das Kind, gestaltet es sich schwierig für das Kind damit zu spielen.

9.30 Uhr Musikunterricht
Eine andere Gruppe darf danach zum Musikunterricht gehen. Dieser besteht zum größten Teil aus Lieder singen und dem Ausprobieren von Instrumenten. Dazu bringen wir ihnen passende Vokabeln bei und, wie man die verschiedenen Instrumente spielt und mit ihnen umgeht. Das beliebteste Instrument ist wohl die Gitarre, auf der alle Kinder stundenlang zusammen spielen könnten.

10.30 Uhr Sitzkreis vor der Mittagspause
In dem Sitzkreis beim Mittag wird versucht den Kindern ein wenig Englisch beizubringen. So lernen sie auf spielerische Art zum Beispiel Früchte und Farben. Zudem aber auch alltägliche Sachen, wie beispielsweise das Händewaschen von dem Mittag oder das Geschirr danach abzuspülen.

11.00 Uhr Mittagessen für die Kinder
Die Kinder bringen zum Teil eigenes Essen von zu Hause mit oder bekommen gegen eine kleine Gebühr Essen von der Schule. Daher dauert es immer ein bisschen bis jedes Kind seine Portion Reis vor sich stehen hat und dann auch mit dem Essen beginnt. Wir Lehrer bemühen uns darum, dass kein Streit ausbricht oder Tränen fließen und helfen den Kindern, die noch nicht alleine essen können. Danach gehen alle Kinder Mittagsschlaf machen.

11.30 Uhr Mittagspause
Das bedeutet auch für uns Mittagspause. Wir gehen unser Essen holen und tauschen uns mit unseren Mitfreiwilligen über unseren Tag aus.

13.00 Uhr Schwimmunterricht
Um ein Uhr mittags kommen wir zurück in den Kindergarten und suchen uns ein paar Kinder aus, die wir mit zum Schwimmen nehmen. Oft ist das schwierig, weil die Kinder immer länger schlafen. Beim Schwimmen bringen wir ihnen die Schwimmtechnik bei, gehen Rutschen im großen Becken, tauchen nach Ringen oder lassen sie einfach mit Bällen und Schwimmbrettern spielen.

14.45 Uhr Verabschiedungskreis
Um circa viertel vor drei beginnt der letzte Sitzkreis des Tages. Es wird noch einmal gesungen und Vokabeln gelernt. Zum Abschluss gibt es auf einem Tablett serviert für jedes Kind einen kleinen, gesunden Snack, den die Kinder jeden Tag mitbringen und mit ihren Freunden teilen. Danach werden die Sachen gepackt und wir gehen zusammen zum Eingang des Geländes, wo die Kinder von Eltern oder Geschwistern abgeholt werden.

16.00 Uhr Feierabend
Bis alle Kinder nach Hause gegangen oder gefahren sind, ist es meistens vier Uhr oder viertel nach vier. Feierabend für uns! Viel schaffen wir vor dem Abendessen nicht mehr. Ab und zu fährt noch jemand zum Markt, wir bereiten Unterricht für den nächsten Tag vor oder entspannen in der Hängematte.

17.00 Uhr Abendessen
Obwohl es abends schon so früh Essen gibt, haben meistens alle Hunger. Das Essen kocht wieder die Schulköchin und wir essen manchmal mit mehreren Menschen, die auf dem Gelände wohnen, zusammen.

19.00 Uhr Englischunterricht für die Lehrer
Viele kambodschanischen Lehrer an der Schule kennen zwar ein paar englische Wörter, möchten aber gerne noch mehr dazu lernen. Die Schulleiterin gibt allen Interessierten jeden Nachmittag Unterricht. Wir Freiwilligen geben ihnen entweder abends oder am Wochenende zusätzlich ein paar Stunden Nachhilfe. Kürzlich hatten zwei unserer „Schülerinnen“ einen Aufnahmetest an der Universität und studieren nun beide am Wochenende Englisch in Phnom Penh.

21.00 Uhr Schlafenszeit
Meistens gehen wir sehr früh schlafen. Zum Einem weil wir geschafft sind, zum Anderen aber auch weil wir nichts Richtiges mehr machen können. Ab ungefähr halb sieben ist es dunkel und die vielen Moskitos kommen. Daher spielen wir abends ab und zu alle zusammen noch Karten und gehen dann geschafft aber trotzdem glücklich ins Bett um Energie für den nächsten Tag zu sammeln, der wieder ein klein wenig anders sein wird, als der Vorherige.

Was sich auf den ersten Blick vielleicht stressig und anstrengend anhört, wird durch die Kinder und die Kollegen Tag für Tag lustig und abwechslungsreich. Wir haben so viele Freiheiten, was für eigentlich alle von uns, die direkt nach dem Abitur hierher kamen, eine ganz neue Erfahrung ist. Bei Problemen aller Art sind die Kambodschaner sofort zur Stelle. Wir haben alle viele gute Freunde gefunden, die wir besonders bei Fragen zur der Kultur und den Einstellungen der Kambodschaner befragen können.

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